Warum Online Partnersuche

Online-Dating fällt vielen leichter, als jemanden in der nächsten Bar anzusprechen. Weil man der potenziellen Eroberung nicht von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht. Weil Nervosität und Anspannung via Netz nicht übertragen werden. Das alles ist richtig. Und trotzdem gelten auch beim Online-Dating gewisse Regeln, über deren Einhaltung sogenannte Community-Administratoren wachen; sie sind in den Allgemeinen Geschäftsbedingen der jeweiligen Seiten formuliert.

Ein paar ungeschriebene Spielregeln für die Partnersuche und Online-Dating Tipps findet man dort hingegen nicht. Der Nickname vermittelt einen ersten Eindruck und sollte deshalb sorgfältig gewählt werden. Weit verbreitet ist heutzutage die Kombination aus Vorname und Jahrgang. Es ist jedoch davon auszugehen, dass ein Bernd55 aller Wahrscheinlichkeit nach älter ist, als er vorgibt zu sein. Nichtrepräsentativen Umfragen zufolge fünf Jahre mindestens, bei Zahlenangaben ab 60 eher noch mehr.

Eine gewisse Grundskepsis ist daher angebracht. Es sei denn, man ist Altenpfleger und sucht bewusst die Herausforderung. Das Profil ist wie eine Visitenkarte und wichtig, wenn es mit dem Online-Dating funktionieren soll: Pose und Schönmalerei sind immer dabei, und das ist auch völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, einschlägige Stichworte schnell und richtig zu interpretieren. Das schriftliche Flirten zwischen zwei einander unbekannten Menschen hat seine Vorteile.

Man braucht keine Stotterer zu fürchten und kann ein wenig flunkern, ohne Angst vor roten Flecken im Gesicht haben zu müssen. Anders verhält es sich hingegen mit Zwischentönen und Subtext, die in realen Gesprächen immer präsent sind. Tonfall und Stimmung sind im virtuellen Chat schwer zu deuten, auch Ironie funktioniert in schriftlicher Form eher selten und schon gar nicht, wenn man sein Gegenüber und dessen charakterlichen Eigenheiten nicht kennt. Überhaupt sind Nachrichten eher kurz zu halten.

Kein Mensch hat Lust, sich von einem Fremden Mails in epischer Länge durchzulesen. Explizit zu vermeiden ist sexistisches Vokabular. Die Botschaft könnte unter Umständen vom Community-Administrator kassiert und der eigene Zugang gesperrt werden. Der Einsatz von Emoticons und einschlägigen Netz-Akronymen sollte sparsam erfolgen, man könnte sonst leicht für infantil und uneloquent gehalten werden.

Jeweils ein Smiley und lol pro Nachricht sind völlig ausreichend. Auf den Zeitpunkt des Nachrichtenverschickens achten! Wer sich vormittags auf einschlägigen Seiten rumtreibt, könnte als arbeitsloser Schluffi gelten. Hinter nächtlichen Chat-Orgien ist unter Umständen ein verrückter Freak mit sexuellem Notstand zu vermuten. Darf ich bei meinem Singlebörsen-Profil schummeln?

Das ist keine Mogelei, sondern folgerichtig, denn so funktioniert das Geschäft — insbesondere! Charakterliche Schwächen nicht gleich im Steckbrief zu thematisieren dient dem eigenen Marktwert; bestimmte Lebensphasen auszuschmücken kann unter Auslegungstoleranz verbucht werden. Wer sich als Rockstar ausgibt, wird sich dafür irgendwann, wenn aus dem Online-Dating Realität wird, rechtfertigen müssen. In den USA lernen sich inzwischen bereits zwei Drittel der neuen Ehepaare im Internet kennen. Ebenso wichtig wie der Steckbrief ist auch das Profilbild für ein erfolgreiches Online-Dating.

Neueinsteiger von beiden Enden der Altersskala, immer mehr sehr junge und ältere Singles gehen ins Internet. Keine oder sehr wenig Erfahrungen mit Online-Dating hat unter erwachsenen Singles nur noch die Generation der über Jährigen. Die insgesamt knapp 12 Millionen Nutzer verteilen sich auf rund Portale im deutschsprachigen Raum. Nur 30 davon haben mehr als eine Million Nutzer.

Das begründet sich aber auch darin, dass viele Singles sich bei mehreren Portalen gleichzeitig registrieren, aber nur eine oder zwei Mitgliedschaften aktiv nutzen. Die wenigsten denken daran, sich wieder abzumelden. Dadurch schnellte die Zahl der Mitgliedschaften im Verlauf der letzten Dekade in astronomische Höhen — sie stieg um fast Millionen zwischen und Mehr als zwei Drittel aller Logins, um neue Partnervorschläge zu lesen oder auf Flirtanfragen zu antworten , finden inzwischen über mobile Endgeräte statt.

Eine Trennung zwischen Online- und Mobile-Dating erachtet man daher inzwischen nicht mehr als sinnvoll, da auch die klassischen Online-Dating-Angebote längst auch per App verfügbar sind. Online-Dating ist nicht gleich Online-Dating. Was gibt es denn eigentlich alles? Social Dating Social-Dating-Plattformen etwa Badoo oder Lovoo haben vor einigen Jahren das Geschäft verändert. Mit mehr als fünf 5 Millionen Unique Usern im Dezember bilden sie inzwischen das nutzerstärkste Marktsegment.

Der Zugang ist unkompliziert, die Hemmschwelle gering, die Bedienung einfach. Kontaktanzeigen—Portale Die Kontaktanzeigen-Sparte mit Anbietern wie LoveScout24, Neu. Die Mitglieder sind auf Social-Dating-Plattformen abgewandert, man bedient hier die etwa gleiche Alterszielgruppe. Partnervermittlung Online-Partnervermittlungen bieten den Service der klassischen Partnervermittlungen im Internet. Bei den im Schnitt höherpreisigen Anbietern werden mit einem Test Persönlichkeitsmerkmale gemessen und auf Basis paarpsychologischer Vergleiche Kontaktvorschläge unterbreitet.

Angesprochen werden vor allem Singles über 30, die eine dauerhafte Partnerschaft suchen. Adult-Dating Hier geht es um erotische Kontakte. Führende Adult-Dating-Portale sind AdultFriendFinder. Die Anbieter versuchen, zum Teil sehr erfolgeich, das Schmuddelimage abzulegen und behaupten sich stabil am Markt. Nischen-Anbieter Die fünfte Säule des Online-Dating-Marktes ist aus einer breiten Variation an Nischenanbietern zusammengesetzt.

Diese Portale richten sich an ganz bestimmte Zielgruppen, etwa alleinerziehende Eltern, religiöse Singles oder Menschen mit bestimmten erotischen Vorlieben. Und wie sieht es mit dem Zahlenverhältnis zwischen Männern und Frauen aus? Bei den Partnervermittlungen sind im Schnitt etwas mehr Frauen angemeldet. Bei den Flirt- und Kontaktanzeigenportalen liegt umgekehrt die Männerquote geringfügig höher. Beim Adult-Dating dagegen herrscht mit bis zu 85 Prozent ein klarer Männerüberschuss.

Und das Alter der Nutzer?


Vorteile der Partnersuche im Internet